Jährlich jährt sich der 3. Februar

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Jährlich jährt sich der 3. Februar

03. Februar - für die meisten ein Tag wie jeder andere. Mich stimmt dieses Datum jedes Jahr auf’s Neue etwas nachdenklich. Und das seit mittlerweile 12 Jahren. Heute vor genau 4380 Tagen habe ich mir bei einem Sturz beim Snowboarden den 6. Halswirbel gebrochen und bin seither querschnittsgelähmt. An diesen Tag, der mein Leben im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf gestellt hat, kann ich mich noch erinnern, als wäre er gestern gewesen. Ich weiß noch, wie ich verschlafen habe, mir hastig die Snowboardhose über die Beine zog, schnell im Stehen die Zähne geputzt habe und ganz normal auf die Toilette ging. Ich kann immer noch spüren, wie ich völlig außer Atem an der Talstation der Bergbahn ankam, wo schon mein Papa und mein Bruder auf mich warteten. Ich fühle noch das Snowboard unter meinen Beinen, wie es sanft über den Schnee gleitet. Und ich durchlebe den Moment, als ich wie eine Kugel mit einem dumpfen Knall auf die Piste aufschlage. Ich sehe, wie mir kurz schwarz vor Augen wird und höre, wie ich laut um Hilfe schreie und im nächsten Moment liege ich da. Völlig regungs- und gefühllos. Mein Körper nicht mehr da. Als ob nur noch mein Kopf im Schnee liegen würde. Ich spüre die feinen Eiskristalle, die der Rettungshubschrauber in mein Gesicht weht.

 

Ja, diese Gefühle durchlebe ich jedes Jahr auf’s Neue. Immer wenn sich der 3.2. jährt. In den ersten Jahren nach meinem Unfall habe ich diesen Tag gefeiert. Ich habe ihn als meinen 2. Geburtstag angesehen. Denn ja, ich hätte auch sterben können. Nur ein paar wenige Zentimeter weiter oben und mein Leben wäre durch einen Genickbruch abrupt beendet gewesen. Aber es hätte auch einfach nichts passieren können. Ich hätte an diesem Tag auch ganz einfach eine Tasse Tee nach einem netten Familienskitag genießen und am Abend ein paar gemütliche Stunden auf der Couch verbringen können. So ist dieser Jahrestag mittlerweile auch für mich zu einem fast normalen Tag geworden, an dem ich nur ein bisschen nachdenklicher bin, reflektiere und zurück blicke. Es ist ein Datum, das mich immer daran erinnern wird, wie schnell sich alles ändern kann und dass das Leben endlich ist.

 

Deshalb: Lebe im Hier und Jetzt!

 

 

Kommentare

  1. Gaby Gaby

    Dein Fazit eines schlimmen Unfalls ist schon seit ich denken kann mein Lebensmotto: "Carpe diem" Davor war mein Leben immer von Angst geprägt, vor allen Dingen um unsere kleine Tochter, immer diese Frage:" Was wäre wenn ihr etwas passieren würde?" Bis ich das Buch "Spontan leben" gelesen habe, das hat mein Leben verändert, wir leben nicht im gestern, nicht im morgen, WIR LEBEN HEUTE! Du bist ein ein gutes Beispiel dafür, was das Leben noch zu bieten hat, auch wenn man im Rollstuhl sitzt. Du hast das jetzige Leben angenommen und versinkst nicht in Trauer um dein vergangenes anderes Leben. Alles Gute weiterhin !

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